Victoria und ihre Geschichte
Victoria ist die erste Figur im Stephan-Universum, die eine vollständige Reise hat.
Sie begann als Skizze — eine Frage, nach dem was eine weibliche Figur in diesem Universum tragen könnte. Nicht die Krawatte der männlichen Charaktere, also eine rote Handtasche. Nicht blond, weil das zu erwartbar war. Hochhackige Schuhe, weil sie damit läuft, als wäre die Welt ein Meeting, das sie gerade noch rechtzeitig erreicht. MSO auf der Tasche — Männersprache, Frauenhand.
Schau dir hier Das Gebären einer Figur an
Aus der Skizze wurde Uschi. Kurz nach ihrer Geburt bekam sie auch schon ihren ersten
Auftritt in einem Comic.
Schau dir hier Uschis erster Auftritt an
Aus Uschi wurde Victoria. Und aus Victoria wurde Mara Brenner — 48 Jahre, Leiterin der Strategieabteilung bei Velux & Partner, Frankfurt, 27. Stock, Aussicht gut, wird nie betrachtet.
Mara trinkt ihren Kaffee nie warm.
Ihre Geschichte ist die Geschichte von jemandem, der nicht an Burnout scheitert — nicht am zu viel Stress, nicht am Zusammenbruch — sondern am Gegenteil: am Erfolg. An der Geschwindigkeit, die irgendwann zur einzigen Sprache wird, die sie noch spricht. An der Überzeugung, dass Langsamkeit Verlieren bedeutet — und Verlieren irgendwann Verschwinden.
Was sie zurückbringt, ist kein Coach, kein Urlaub, kein Seminar. Es ist ein achtzigjähriger Bonsai in einem Garten, der vielleicht nie existiert hat. Und eine Großmutter, die in einem Keller kniet und eine Kiste öffnet.
„Was von Mara übrigblieb“, ist die erste Kurzgeschichte im Stephan-Universum. Sie steht hier nicht als Werbung für die Bücher. Sie steht hier, weil manche Dinge gesagt werden müssen — auch wenn man eigentlich ein Malbuch-Verleger ist.
Besonders dann.
Schau dir hier Was von Mara übrig blieb an
Victoria war der Beweis, dass hinter jedem Strich eine tiefere Geschichte steckt – die
erste Figur, die ihre eigene Metamorphose vollendet hat. Aber sie steht nicht allein. Das
Fundament dieses Universums ruht auf den männlichen Charakteren, die den Kampf gegen
das Grau überhaupt erst begonnen haben. Jede Figur, der du hier begegnest, entspringt
derselben Beobachtung des Alltags. Sie alle haben ihren festen Platz in der Chronologie
des Schmieds — manche kämpfen noch, manche haben aufgehört. Das ist
die Struktur des Universums...